Urlaub in der Natur

Aus der Presse

Rau nimmt Einladung nach Nieheim an

Westfalen Blatt vom 26./27.06.2004
Bericht von Harald Iding

Berlin/Nieheim. Nieheimer Käsewirte waren Gast beim Sommerfest des Bundespräsidenten, das gestern Nachmittag in Schloss Bellevue in Berlin begann. Der scheidende Bundespräsidenten Johannes Rau nahm ein Einladung nach Nieheim, die ihm die Käsewirte aussprachen, dankend an.

Eine herzlich Atmosphäre herrschte beim Besuch des Bundespräsidenten Johannes Rau am Stand der Nieheimer Käsewirte. Der frühere Landesvater von Nordrhein-Westfalen hat nämlich eine ganz besondere Beziehung zur Weberstadt. Als NRW-Ministerpräsident überbrachte er im März 1995 die Urkunde zur Anerkennung der Stadt als Luftkurort.


Die Nieheimer Käsewirte in Berlin


Und an jenem Tag schenkten die Nieheimer ihm einen Eichen-Setzling, den er im Garten seinen Wohnhauses in Wuppertal Pflanzen ließ - direkt vor seinem Schlafzimmer. Und wie aus dem Geschenk ein inzwischen stattlicher Baum geworden ist, sie die Nieheimer auch mit Rau herzlich verbunden. Bürgermeister Johannes Kröling gab dem ersten Bürger des Staates nicht nur den Berühmten "Nieheimer Käse" mit, sondern auch eine Einladung der Käsewirte und des Natur-Ferienparks für einen einwöchigen Aufenthalt der ganzen Familie Rau im Heilklimatischen Kurort. "Hier bei uns finden Sie erholsame Ruhe", heißt es in dem Gutschein. Und die Käsewirte aus dem Kreis Höxter sprachen den Wunsch aus, dass Rau vielleicht beim nächsten Deutschen Käsemarkt in 2006 die Schirmherrschaft übernehmen könnte. "Ich nehme die Einladung gerne an und besuche Sie in Nieheim", versprach Rau im Beisein seiner Frau Christina. Er erinnere sich noch gerne an die Verleihung der Luftkurort-Urkunde von neun Jahren. "Bei Euch ist es sehr schön. Ich kenne die Familie Hottenrott sehr gut, die in Nieheim-Himmighausen wohnt". Die Schirmherrschaft für den Käsemarkt könne er leider nicht übernehmen. "Ich habe mehr als 400 solcher Angebote!" Christina Rau trug Bürgermeister Kröling "die herzlichsten Grüße an der Familie von der Borch" auf, die sich für das Kinderhilfsprojekt in St. Petersburg stark macht. Die First Lady besuchte vor einiger Zeit die Helfer in Russland (wir berichteten).

Für den Erwitzener Gastronom Wilfried Nolte (35) und seiner Frau Claudia (36) ist der Auftritt in Berlin das "Sahnehäubchen" in der bisherigen Geschichte der Nieheimer Käsewirte. Und die beste Möglichkeit, einmal bundesweit Werbung für die regionalen Produkte zu machen. "Nach der Verköstigung der Abgeordneten in Düsseldorf empfinden wir es als tolle Auszeichnung unserer bisherigen Arbeit. Es sind Eindrücke die man nie mehr vergessen wird. Mit den Nieheimern feierten gestern etwa 7000 Menschen aus allen Bereichen der Gesellschaft das traditionelle Sommerfest. Die riesige Party sollte "eine Reise durch Deutschland " werden. Wie Rau in seiner Ansprache herausstellt als Spiegelbild der kulturellen Vielfalt.

Die Gäste aus Nieheim hatten sich am Donnerstagabend in der "Ständigen Vertretung", dem Stammlokal der Polit-Prominenz, auf die Ereignisse eingestimmt.

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Auftritt in Brüssel wäre das "I-Tüpfelchen"

Nieheimer Käsewirte brillierten in der Welt der Promis - Einladung zum Berliner Karneavalsumzug

Westfalen Blatt vom 30.06.2004
Bericht von Harald Iding

Berlin/Nieheim. Nach dem Erfolg der Nieheimer Käsewirte beim Sommerfest des Bundespräsidenten in Berlin (wir berichteten) kann man sich jetzt sogar einen Auftritt in Brüssel vorstellen.

Dort, wo Johannes Rau, Gerhard Schröder und Wolfgang Clement in der "Ständigen Vertretung" am liebsten sitzen, stimmten sich die Nieheimer Käsewirte und Bürgermeister Kröling bestgelaunt auf ihren großen Auftritt beim Sommerfest des Bundespräsidenten ein. [...]

Wenn in den umliegenden Ministerien die Aktenschränke abgeschlossen werden, sind sie alle bei Friedel Drautzburg zu Gast - und eben auch die "Botschafter Nieheims". Der 66-jährige Promiwirt Drautzburg, der mit vielen Spitzenpolitikern per "Du" ist, kam mit den Ostwestfalen natürlich sofort ins Gespräch. Es stellte sich bald heraus, dass beide Seiten sogar etwas gemeinsam haben - die Freude am Karneval. Den rheinländischen Frohsinn importierte Drautzburg beim "großen Umzug" nämlich mit nach Berlin. "Schon drei Mal feierten wir mit einer Million Menschen den Straßenkarneval in Berlin!" Gegenüber dem WESTFALEN-BLATT betonte er, dass bei dem sonntäglichen Umzug eine Abordnung aus Nieheim eine echte Bereicherung wäre. Stellvertretend für das Organisationsteam sagt Drautzburg: "Richten Sie dem Nieheimer Karnevalspräsidenten bitte aus, dass sein närrischer Verein hier herzlich willkommen ist!" Eine herzliche Atmosphäre herrschte auch beim Besuch des Bundespräsidenten Johannes Rau am Stand der Nieheimer Käsewirte. Aber er blieb nicht der einzige Prominente an diesem Tag - von DGB-Chef Sommer, über Schauspieler Michael Degen bis zum Herzensbrecher Kai Pflaume, sie alle bevorzugten lieber die Nieheimer Käse-Kreationen und das Rheder-Annendunkel als die typischen Szene-Häppchen mit Kaviar und Champagner.

"Nach sechs Schnittchen kann ich mir doch wirklich ein Urteil erlauben - ich hätte nicht gedacht, dass dieser Käse so anders als ein Harzer schmeckt und so bekömmlich ist", sagte Degen dem WB.

Nach ihren Auftritten im Düsseldorfer Landtag sowie jetzt in Berlin, wo sich alle einfach nur fasziniert von dem "kleinen Nieheim aus Ostwestfalen" zeigten, wäre sogar ein Reise nach Brüssel vorstellbar. Bürgermeister Johannes Kröling: "Die Wirte haben gezeigt, dass sie jeder Situation gewachsen sind und haben ihre Herausforderung in der Bundeshauptstadt mit Bravour gemeistert". Im September, wenn wieder mehr als 60 000 Gäste zum Deutschen Käsemarkt erwartet werden, seinen schon jetzt viele dutzend Produzenten aus ganz Europa angemeldet. "Dann kommt beim nächsten Wirte-Auftritt nicht Europa zu uns, sondern wir nach Europa - eben Brüssel!"

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Käse ging weg wie warme Semmeln

Nieheimer Gastronomen verteilten 3000 Portionen Käse, 75 Brote und literweise Bier beim Sommerfest von Bundespräsident Johannes Rau

Neue Westfälische vom 28.06.2004
Bericht von Günter Brombach

Berlin/Nieheim. "Nieheim kenne ich doch, ich hab doch in meinem Garten eine Eiche aus Nieheim", ließ Bundespräsident Johannes Rau seine Begleitmannschaft schnell wissen, als er sich bei seinem letzten Sommerfest am Stand der Nieheimer deren Käse-Kreationen und das "Annen Dunkel" aus Rheder schmecken ließ. Die Eiche erhielt Rau 1995 , als er Nieheim die Urkunde zum Luftkurort überreichte. Jetzt erhielt er von Bürgermeister Johannes Kröling und Gastronom Bernd Kukuk (Himmighausen) eine Urkunde über eine Gratiseinladung für eine Woche Urlaub in Nieheim. Zudem heißt man das scheidende Staatsoberhaupt Deutschlands zum Käsemarkt im September willkommen. Bei diesem Sommerfest - und das ist neu - durften sich Nieheim mit den neun Käsewirten als einzige Stadt der Republik präsentieren. Tausende von den insgesamt 7000 geladenen Gästen aus Bürgerschaft, Politik und Diplomatie besuchten die Nieheimer, die mit Landrat Hubertus Backhaus, der Kreistagsabgeordneten Christine Finkeldey und Bundestagsabgeordneten Jürgen Herrmann die gesamte Region hervorragend in der (verregneten) Bundeshauptstadt repräsentierten.

In einer "Reise durch Deutschland" wurde beim letzten Sommerfest von Johannes Rau, der sich morgen nach 50 Jahren aus der Politik zurückzieht, die Vielfalt der Region Deutschlands repräsentiert. Fahnenschwinger, Musikkapellen aus der gesamten Republik, die Bigband der Bundeswehr, die "Höhner", Kabarettisten, Tanzgruppen- und -Orchester sowie Moderator Kai Pflaume präsentierten den 7.000 Gästen, an die auf Grund des Dauerregens rund 3.500 Regenschirme kostenlos verteilt wurden, eine zauberhaftes Deutschland.

In fünf Festzelten und auf der Hauptbühne gab es Unterhaltung pur am laufenden Band. Genuss pur wurde flüssig oder als kleine Gaumenfreude, zubereitet von den Regionen der Republik, gereicht. Darunter zeigte sich auch die deutsche Olympiamannschaft der (jungen) Köche.

Die neun Nieheimer Käsewirte

Zu den Nieheimer Käsewirten gehören: Gaststätte Altenmüller; Pizzeria-Ristorante "da Giovanni"; Gasthaus Klocke (Oeynhausen); Landgasthaus Nolte (Erwitzen); Speisegaststätte "Ratskrug"; Restaurant "Schwimmbad-Schleuse"; Altdeutsche Gaststätte "Zum Kukuk" (Himmighausen); Restaurant "Zur Hobelbank").

Als Vertreter der Bäcker war Meister Papenkordt aus Himmighausen (Kulturlandbrot) mit nach Berlin zum Sommerfest gereist. Wegen eines Todesfalles konnten die Käser aus Nieheim an diesem Tag nicht vertreten sein.

Johannes Rau: Kein Abschied in Wehmut

Unter seinen zahlreichen Gästen begrüßte Johannes Rau auch seinen Nachfolger Professor Dr. Köhler mit Gattin, mit Richard von Weizsäcker einen seiner Vorgänger, Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit, Bundestagspräsident Wolfgang Thierse und vor allen Dingen "eine Fülle von Menschen, die mehr tun, als es ihre Pflicht ist". Ihnen, die häufig auch im Ehrenamt tätig sich, gelte es, mit diesem Fest Danke zu sagen. Dabei geriet der Bundespräsident in Abschiedsstimmung: "Meine Frau Christina und ich sind aber nicht wehmütig." Er wolle nicht lange reden da es kein Redenabend sei: "Ich hoffe, dass der weitere Abend so trocken wie möglich wird, was das Äußere betrifft". Der Zukunft der Bundesrepublik wünschte Rau, dass "Zuversicht, statt Schulterzucken, die schnellste Bewegung in Deutschland wird." Nach dem Abschied am 29. Juni wird er mit Frau Christina erst einmal zum Lieblings-Urlaubsort Spiekeroog fahren, um sich auf den neuen Lebensabschnitt einzustellen. Vielleicht kommt er dann nach Nieheim. Einen Teilerfolg verbuchten die Nieheimer bereits am Abend von dem Fest in Berlin: Das legendäre Wirtshaus (und Museum) "Ständige Vertretung" (des Rheinlands in der Metropole), 1997 von Friedel A. Drautzburg (66) ins Leben gerufen, will in ihrer Gastronomie demnächst möglichst Nieheimer Käse zum Kochen verwenden.

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